Eines unserer Mitglieder kommt
täglich an einem kleinen Bauernhof vorbei, auf dem ihm ein Hund
auffiel, den wir später Wallis genannt haben, die jeden Tag an
einer kurzen Kette festgemacht war. Nach einem Gespräch mit dem
Besitzer war klar, dass Wallis als Gebärmaschine missbraucht wird
und ihre Welpen zwecks Profit verkauft wurden. Nie konnte sie zwischen
den Schwangerschaften eine längere Pause einlegen. Als wir uns
Wallis genähert haben fiel uns auf, dass sie sich nicht aggressiv
benahm, wie man das von einem Hund an einer kurzen Kette erwarten
würde. Wir bemerkten einen schlimmen Ausschlag, der durch ein
enges Halsband ausgelöst wurde. Auch Wallis’ schwacher Zustand,
der Unterfütterung durch hervorstehende Rippen offenkundig werden
ließ, zeigte uns, dass Wallis wohl nur eines will, nämlich
so schnell wie möglich wegzukommen von diesem Hof.
Wir sprachen erneut mit dem
Bauern und erwähnten ihren schwachen Allgemeinzustand und
erhielten nur zur Antwort, dass es ihm egal sei, solange Wallis ihm
genug Welpen lieferte. Als wir unser Interesse bekundeten, Wallis zu
übernehmen, machte er klar, dass wir sie kaufen müssten. Da
wir ständig diverse Tierarztrechnungen zu begleichen haben,
konnten wir nicht so ohne weiteres einen recht hohen Betrag auf den
Tisch legen und verhandelten daher mit dem Bauern über den Preis
und konnten Wallis schließlich nach mehren Wochen freikaufen,
nachdem wir Geld gesammelt hatten. Es war wunderbar mitzuerleben, wie
glücklich Wallis war, als wir endlich das zu enge Halsband
abnehmen konnten und sie sprang uns vor Dankbarkeit an.
Ein Tierarzt stellte fest, dass
Wallis glücklicherweise keinerlei Krankheiten hatte und verschrieb
ihr eine Stärkungsbehandlung, die vollen Erfolg hatte, so dass
Wallis jetzt völlig gesundet ist. Optisch sind allerdings ihre
Zitzen sind durch die zahlreichen Trächtigkeiten gedehnt, was sich
aber mit der Zeit geben müsste.
Wallis ist jetzt ein
fröhlicher und lieber Hund und hat nur eine einzige Eigenheit:
Wegen ihrer langen Gefangenschaft unter scheußlichen
Umständen hat sie gelernt, wie ein Katze Maschendrahtzäune
u.ä. zu erklettern, indem sie ihre Pfoten geschickt in die Maschen
stellt. Anschließend sitzt sie dann zufrieden vor dem Zaun, als
sich dahinter zu befinden.
Wallis ist ein sehr intelligentes und fröhliches Tier
und wir hoffen für sie endlich ein gutes Zuhause zu finden, in dem
sie ihrem Frauchen oder Herrchen ein loyaler Gefährte sein kann.