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Am 11. Februar, als es in Taiwan ziemlich kalt war, haben wir
in einem Restaurant einen traurigen Hund in einer Ecke bemerkt, der
teuere, aber alte Hundekleidung trug, wie sie manche Leute für
ihre Hunde kaufen. Die Kleidung war schmutzig, so als sei sie schon
lange Zeit nicht mehr gewaschen worden. Der Hund, den wir später
Weber nannten, kam nicht an die Tische, sondern wartete geduldig, bis
ihm jemand ein paar Brocken zuwarf. Man sah deutlich Webers Rippen
hervorstehen, so dünn war er und wir wunderten uns, warum ein Hund
in einem Restaurant so schlecht gefüttert war. Der
Restaurantbesitzer sagte uns jedoch, der Hund sei nicht seiner und sei
einfach Gestern hier aufgetaucht und er würde ihm wohl bald heraus
jagen müssen, da manchen Kunden ein Hund in einem Restaurant nicht
zusagt.
Als wir Weber mitnahmen und ihn zu einem Tierarzt brachten, stellte
dieser fest, dass Weber wohl schon geraume Zeit allein ist, denn er
hatte die üblichen Parasiten, die Streuner mit der Zeit bekommen.
Zu unserer Überraschung hatte Weber einen Mikrochip, der die
Kontaktinformation seines Besitzers enthielt. Daher vermuteten wir,
Weber sei ein Ausreißer und kein ausgesetzter Hund und riefen den
Besitzer an. Jedoch erhielten wir nur eine böse Antwort und er
sagte uns, er habe nie einen Hund besessen. Schlussendlich ist er nicht
mehr ans Telefon gegangen.
Wir trafen schließlich die Entscheidung, zu der angegebenen
Adresse zu fahren und nahmen Weber mit. Im Auto stellten wir fest, dass
der Hund die Gegend kannte, als wir uns dem Zuhause des Besitzers
näherten und aus dem traurigen Weber wurde plötzlich wieder
ein fröhlicher Hund. Als wir die Tür öffneten, sprang
Weber wedelnd aus dem Auto und fand den Weg zur Pforte seines Zuhauses
von selbst. Leider öffnete jedoch niemand, als wir an der Tür
klingelten, auch nicht, als wir noch einmal anriefen, auch wenn wir
glaubten, jemanden am Fenster zu sehen.
Nachdem wir dort lange gewartet hatten, riefen wir Weber und er sprang
traurig wieder zu uns in Auto. Er hat wohl am Ende verstanden, dass er
in seinem Zuhause nicht mehr erwünscht ist.
Auch wenn wir den früheren Besitzer wohl zwingen könnten,
Weber zurückzunehmen, wäre das nicht sinnvoll. Es ist
wahrscheinlich, dass der Besitzer Weber am Ende tötet, damit er
nicht mehr aufgegriffen wird.
Weber ist jetzt komplett kuriert und frei von Parasiten aller Art und
völlig gesund. Er ist ein reativ alter Hund mit seinen zehn
Jahren, aber ist sehr vital und kann manch einem jungen Hund
davonlaufen. Ihm macht Wandern sehr großen Spaß und er hat
ansonsten eine stille und gefestigte Persönlichkeit. Weber war
einst ein geliebter Familienhund, wir wir an seiner teuren
Hundekleidung und dem Umstand, dass er überhaupt einen Mikrochip
zur Wiederauffindung besaß, festgestellt haben. Offenbar war er
aber unbequem für seinen Besitzer geworden - meist ist knappere
Zeit oder einfach die Unlust, sich weiter um das Tier zu kümmern
dafür der Grund.
Bitte helfen Sie, ein Zuhause für Weber zu finden, wo er als
Familienmitglied akzeptiert wird und wieder fühlt, dass er gewollt
ist. Sein neuer Besitzer kann mit Weber noch ein halbes Jahrzehnt an
Kameradschaft erleben; bitte geben Sie ihm diese Chance.
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